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Der Name Graß kommt von grazze, daß heißt junges Buschwerk oder Nadelgehölz. Ein Regensburger Bürger Luitwin Grazze, wird im 12. Jahrhundert erstmals als Besitzer von Graß erwähnt. Das Geschlecht derer von Grazze war nachweislich von 1120 - 1271 Herr auf Graß und dürften somit Besitzer der ersten Burganlage gewesen sein.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1633/34 das Schloß Graß zerstört.

Wenden wir uns nun der ehemaligen Burganlage zu. Um die Burg befand sich ein Ringgraben, der nur im Westen einen rund 4 m breiten Zugang zur Burg über eine Schlagbrücke ermöglichte. Heute kann man noch den ehemaligen Bering, einen Mauerpfeiler und den Burggraben sehen. Die Kirche, die dem hl. Michael geweiht ist (siehe Startseite), war die ehemalige Schloßkapelle und ist eine Anlage aus dem 14. Jahrhundert.

Früher gehörte das Kirchlein von Graß zur Klosterpfarrei Dechbetten. Später ging die Kirche an die Pfarrei Prüfening über. Heute ist das Kirchlein eine Nebenkirche der Pfarrei Ziegetsdorf. In den Jahren 1908 und 1954 wurde die Kirche renoviert.

Nun wieder zur Geschichte der Ortschaft Graß.
Die Gemeinde Graß, die damals aus 16 Anwesen bestand, kaufte am 18. Dezember 1806 um 12.768 Gulden die "Realitäten" meistens Waldgrundstücke der Deutschherren-Kommende, die säkularisiert waren, ab und verpflichtete sich jährlich einen Zins von "zwölf Schöffel, drei Metzen, zwei Vierthling und drei Sechzehntel Korn nach Münchner Maß" an die Königliche Landdirektion in München zu zahlen.
Im Jahre 1809 erfahren wir nach der Schlacht bei Eggmühl wieder von Graß. Damals zog sich Erzherzog Karl mit seinen Truppen auf die Linie Graß-Oberisling zur Verteidigung Regensburgs zurück. 1857 kam Graß zum Landgericht Stadtamhof. Im Jahre 1970 hat sich Graß freiwillig mit Oberisling zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Es war die erste Fussion zweier Gemeinden im Regierungsbezirk Oberpfalz. Die Planung des Klinikums, welches auf den Fluren der beiden Gemeinden erstehen soll, gab hierzu den Anstoß und ist auch die Ursache, weshalb ab Januar 1977 die Eingliederung der Gemeinde Oberisling mit den Ortsteilen Leoprechting und Graß nach Regensburg erfolgte.

Quellen und Literatur: Monumenta Boica, Kunstdenkmäler Bayerns, Akten in den Staatsarchiven Amberg und München.

 

Graß 1976 Graß 2002

Graß 1976

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